Einsatz eines Mediators für die erfolgreiche Durchführung eines betrieblichen Wiedereingliederungsmanagements (BEM)

Einsatz eines Mediators für die erfolgreiche Durchführung eines betrieblichen Wiedereingliederungsmanagements (BEM)

Einsatz eines Mediators für die erfolgreiche Durchführung eines betrieblichen Wiedereingliederungsmanagements (BEM)

Das betriebliche Wiedereingliederungsmanagement (BEM) wurde vom Gesetzgeber geschaffen, um die Rehabilitation und Integration von kranken und behinderten Menschen zu fördern. Zahlreiche Unternehmen wissen nicht mehr, wie sie mit einem häufig oder seit langer Zeit erkrankten Mitarbeiter umgehen sollen. Der erkrankte Mitarbeiter auf der anderen Seite ist verunsichert und hat Angst davor, wie es für ihn am Arbeitsplatz überhaupt noch weitergehen soll. Die Gedanken beider Akteure kreisen um das Ob und Wie der Wiedereingliederung.

 

Zunächst gab es keine nähreren Ausführungen der Rechtsprechung dazu, wie ein BEM tatsächlich durchgeführt werden sollen. In jüngsten Entscheidungen aus dem Bereich der Kündigungsschutzverfahren wurden die Anforderungen an ein wirksames BEM, das grundsätzlich Voraussetzung für den wirksamen Ausspruches einer krankheitsbedingten Kündigung ist, konkretisiert: Der Arbeitgeber ist verpflichtet zu prüfen, ob und gegebenenfalls in welcher Weise der Arbeitnehmer zukünftig beschäftigt werden kann. Der Arbeitgeber muss dabei einen sogenannten Suchprozess durchführen. Zu diesem Suchprozess zählt zunächst ein Gespräch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Hier kann externer Sachverstand hinzugezogen werden und es ist zu prüfen, ob eine stufenweise Wiedereingliederung des Arbeitnehmers im Rahmen des sogenannten „Hamburger Modells“, im Einzelfall geeignet ist. Des Weiteren gehört zu dem organisierten Suchprozess die Prüfung, ob Änderungen der Betriebsanlagen, Maschinen und Geräte oder die Umgestaltung des Arbeitsplatzes, des Arbeitsumfeldes, der Arbeitsorganisation und der Arbeitszeit möglich sind, damit ein leidensgerechter Arbeitsplatz für den Mitarbeiter geschaffen werden kann. Der Arbeitgeber soll also dazu beitragen, die Arbeitsunfähigkeit seines Mitarbeiters zu beenden, weiterer Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz zu erhalten.

 

Das BEM kann nur durchgeführt werden, wenn der Mitarbeiter damit einverstanden ist. Es ist damit – wie eine Mediation auch – freiwillig.

 

Es können noch weiter weitere Personen und Stellen im Unternehmen beteiligt werden, wie der Betriebsrat sowie bei schwerbehinderten oder gleichgestellten Beschäftigten die Schwerbehindertenvertretung oder auch der Betriebsarzt.

 

Auch von außen können die Rehabilitationsträger und bei schwerbehinderten Menschen die Integrationsämter eingsetzt werden, um Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei der Bewilligung von Leistungen, die im Einzelfall erforderlich sind, zum anderen aber auch durch Rat und Hilfe zu unterstützen.

 

Damit die Parteien sich wieder an einen Tisch setzen und offen miteinander sprechen können, ist es sinnvoll, einen Mediator als neutralen Dritten einzuschalten. Er kann helfen, den Verständigungsprozess zwischen den Parteien zu fördern. In der Praxis ist es ja oft so, dass die Fronten an dieser Stelle zwischen den Parteien verhärtet sind oder man zumindest jeglichen Kontakt zueinander verloren hat. Der Mediator kann die Parteien unterstützen, umfassend die Möglichkeiten der zukünftigen Zusammenarbeit zu besprechen und wirkt dabei wie ein Katalysator. Denn der Mitarbeiter auf der einen Seite hat Angst, dass man ihn nicht mehr beschäftigen kann und will und das die Durchführung des BEMs nicht mehr als ein Abarbeiten eine Voraussetzung für den Ausspruch einer krankheitsbedingten Kündigung ist. Der Arbeitgeber auf der anderen Seite ist ratlos, weil der Arbeitnehmer sich vielleicht seit Monaten (in einigen Fällen Jahre) nicht mehr gemeldet hat und überhaupt nicht klar ist, ob und wie er jemals wieder eingesetzt werden kann oder will. Keine der beiden Seiten möchte sich hier Blöße geben, so dass die Interessen und Möglichkeiten ohne Hinzuziehung eines externen und neutralen Dritten oft gar nicht herausgearbeitet werden können. An dieser Stelle kann der Mediator durch den Einsatz der Techniken der Mediation Türen öffnen und den Parteien helfen in einen konstruktiven und offenen Dialog zu treten und selbst. Beispielsweise kann der Mediator durch die Führung von Einzelgesprächen den Parteien helfen, die wahren Interessen und Bedürfnisse herauszuarbeiten, damit die Parteien eine tragfähige und nachhaltige Lösung finden. Durch die so enstehende Offenheit und Erforschung der Interessen und Bedürfnisse können sich ganz neue Perspektiven für beide Seiten eröffnen. Das BEM ist damit nicht nur eine leidige Formalie, sondern eine echte Chance für beide Parteien.

 

Anregungen, Fragen oder Kommentare? Sprechen Sie mich bitte an. Gerne unterstütze ich Sie bei der Durchführung eines BEM.

Ihre

 

Julia Schweitzer

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