„Halleluja, ich versteh Dich nicht …“

„Halleluja, ich versteh Dich nicht …“
Peter und Marion sitzen im Auto auf dem Weg zur Weihnachtsfeier bei Peters Eltern. Die Stimmung ist gerade gekippt und alles andere als besinnlich. Eben schien noch alles gut, als Marion sich ans Steuer setzte und ihr Liebster neben ihr auf dem Beifahrersitz Platz nahm.
Die Fahrt ging los und sie hielten an der ersten Ampel. Rot. Als es grün wird, sagte Peter: “Du, die Ampel ist grün.”  “Halleluja, Peter, was hast Du denn schon wieder?”, schreit Marion.  Und Marion bekommt einen Wutanfall, der Streit beginnt. Warum eigentlich?
Schulz von Thun hat perfekt herausgearbeitet, dass jede Nachricht aus vier Botschaften besteht, dem sogenannten “Vier-Ohren-Modell”:
  1. Sachebene: Die Ampel ist grün.
  2. Selbstkundgabe: Peter ist in Eile / Peter ist vom Fahrstil seiner Frau genervt
  3. Beziehungsseite: Peter hält sich für den besseren Autofahrer, der seiner Frau helfen muss, da diese eine miese Autofahrerin ist
  4. Appellseite: Fahr doch endlich los!
Der Sender der Nachricht, Peter, transportiert seine Hinweise implizit und explizit.  Auf Sachebene ist die große Krux, einen Sachverhalt klar und verständlich zu vermitteln. Marion als Empfängerin der Nachricht  kann auf ihrem “Sachohr” in dreierlei Weise reagieren.
Wenn Peter durch seinen Satz etwas von sich gibt, gibt er etwas von sich. Implizit oder  explizit und Marion ordnet das dann für sich ein (Was ist das denn für einer? Wie ist er gelaunt? Was ist los?).
Sie fühlt sich durch die auf der Beziehungsseite eingehenden Informationen wertgeschätzt oder abgelehnt, missachtet oder geachtet, respektiert oder gedemütigt.
Peter versucht auf der Appellseite verdeckt oder offen Einfluss auf Marion zu nehmen, die sich fragt, was sie jetzt machen oder nicht machen (denken oder fühlen) soll.
Mehr zu diesem wichtigen Modell finden Sie hier:
Ein Mediator kann den Parteien helfen, klar und verständlich miteinander zu reden, damit das Gesagte richtig ankommt und etwaige tiefer liegende Konflikte aufgearbeitet und von den Parteien selbst gelöst werden können. Das “Halleluja” klingt dann in beiden Ohren wieder anders und positiv.
Ich wünsche Ihnen eine besinnliche 4. Adventswoche!
Fragen, Anregungen oder Kommentare?
Sprechen Sie mich an.
Ihre
Julia Schweitzer

 

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