Mediation im Betrieb – Darf ein Arbeitgeber eine Mediation anordnen?

Mediation im Betrieb – Darf ein Arbeitgeber eine Mediation anordnen?

Eine Mediation kann Zeit und Geld sparen und dient dazu, Konflikte ganzheitlich zu lösen. Statt ums Verfechten der eigenen Positionen geht es darum, die eigentlichen Interessen und Bedürfnisse der Parteien herauszuarbeiten. Eine umfassende, auch in der Zukunft tragfähige Lösung sollen die Parteien selbst finden. Es gibt keinen Verlierer, sondern im Idealfall nur Sieger.

 

Aber wie funktioniert das, wenn es beispielsweise im Betrieb zwischen Teamleiter und einem Angestellten kracht und die Arbeitsatmosphäre und der Ablauf dadurch empfindlich gestört werden. Darf der Arbeitgeber dann eine Mediation via Direktionsrecht anordnen?

 

Nein, sagt das ArbG Nürnberg in seinem Beschluss vom 27.08.2013 (Az. 5 TaBV 22/12). In dem Fall ging es um einen Streit zwischen Geigern eines Konzertorchesters, denen der Arbeitgeber entgegen dem Willen einiger Geiger durch eine Mediation lösen wollte. Dies geht aber nur, wenn die Arbeitnehmer hierzu bereit sind, erkannte das Gericht.

 

Verwundern tut dies nicht: Für eine Mediation ist nach §1 Absatz 1 MediationsG das Element der Freiwilligkeit Grundvoraussetzung. Dies schließt deshalb aus, dass eine Arbeitgeber seine Arbeitnehmer per Weisungsrecht gemäß § 106 GewO zu einer Mediation verpflichten kann. Was er aber in solchen Fällen kann, ist, mit seinen Arbeitnehmern in Dialog zu treten und eine Mediation anzubieten. Sie wird dann oftmals dankend und zum Nutzen aller angenommen werden.

Einen schönen Abend wünscht Ihnen

Ihre

Julia Schweitzer

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