Unternehmensnachfolge und Mediation

Unternehmensnachfolge und Mediation

Die Wirtschaftsmediation kann ein geeignetes Streitbeilegungsverfahren sein, um die komplexesten Unternehmensnachfolgen zu regeln.

Warum wird heutzutage bei der Unternehmensnachfolge Wirtschaftsmediation noch nicht so häufig genutzt, wie es eigentlich sinnvoll wäre? Mediation spart nämlich nicht nur Zeit und Kosten, sie kann auch helfen, die unterschiedlichen Interessen und Erwartungen der beteiligten Parteien zu ermitteln und eine den Bedürfnissen aller gerecht werdende Lösung zu erarbeiten. Dabei birgt die Mediation nur Chancen für den Unternehmer, die potentiellen Nachfolger und Erben, und trägt keine nennenswerten Risiken und Nachteile in sich. Darüber hinaus hilft sie auch, die bei einer Unternehmensnachfolge oft gefährdeten Beziehungen in der Familie und den Bestand des Unternehmens sowie der Geschäftsbeziehungen zu sichern.

Mediation im Rahmen der Unternehmensnachfolge kann zu Lebzeiten oder nach dem Tod des Unternehmers eingesetzt werden.

Mediation bei der vorweggenommenen Erbfolge:

Am sinnvollsten ist es, wenn bereits zu Lebzeiten die Unternehmensnachfolge geregelt wird. Bei großem Vermögen wird dies schon aus steuerlichen Gründen häufig gemacht. Dies ist auch deshalb sinnvoll, um herauszufinden, was die Erben wollen und wie es geschafft werden kann, das Unternehmen erfolgreich weiter fortzuführen, die Arbeitsplätze im Betrieb zu erhalten und die Geschäftsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden zu sichern.

Mediation bei einer Erbauseinandersetzung:

Häufig ist es so, dass Unternehmensinhaber die Nachfolge vor ihrem Tod noch nicht bzw. nur unvollständig geregelt haben. Auch kann es passieren, dass einer der Erben das Erbe anficht oder ausschlägt. In diesem Fall geht das Unternehmen als Teil der Erbmasse zunächst auf eine Erbengemeinschaft über. Wenn dann nicht alle Mitglieder der Erbengemeinschaft ein Interesse an der Unternehmensführung haben, kann es zum Streit kommen, unnötig Zeit zu Lasten des Fortbestehens des Unternehmens in Anspruch nehmen und am Ende besteht die Gefahr, dass Arbeitsplätze verloren gehen und das Unternehmen pleitegeht.

Mediation vs. gerichtliche Prozesse

Gerichtliche Prozesse sind in diesem Fall teurer und kosten zu viel Zeit. Im Rahmen einer Mediationsregelung könnten die Parteien eine gemeinsame Basis herbeiführen und erreichen, dass genau geregelt wird, wie das Unternehmen in Zukunft weitergeführt werden soll. Dies spart nicht nur Zeit und Kosten, es ist auch von großem Vorteil, dass die Mediation vertraulich ist.

Weiter dient die Mediation dem Erhalt der Beziehungen in der Familie und zu anderen Unternehmen. Auch stellt es für die Parteien kein Risiko dar, in eine Mediation einzutreten, da eine Mediation freiwillig ist und zu jedem Zeitpunkt abgebrochen werden kann. Sie stellt deswegen nur eine Chance dar und keinen Zwang. Insoweit kann eine Mediation bei Unternehmensnachfolgen nur empfehlenswert sein.

Fragen, Kommentare oder Anregungen? Sprechen Sie mich an.

 

Mit besten Grüßen

 

Ihre Julia Schweitzer

 

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