Wenn der Wind dreht …

Wenn der Wind dreht …

Wenn der Wind dreht…

Vor zehn Jahren hätte ich jetzt geschrieben: Als ich am Samstag morgen aufgestanden bin, habe ich die Zeitung durchgeblättert. Heute startet die Lektüre meist so: Ich habe mein iPad vor mir liegen und klicke mich durchs Internet. Dort merke ich erfreut, dass sich in Sachen Streitkultur in diesem Land  derzeit einiges ändert:

 

Im Focus lese ich unter der Rubrik Prozesse „Wende bei Tönnies: Onkel und Neffe stimmen Mediation zu“. Spiegel.de berichtet noch ausführlicher.  Dass es in Deutschlands größtem Fleischbetrieb Tönnies seit einiger Zeit viel Streit gibt, ist bereits durch die Presse gegangen. Neu ist, dass sich nun vor dem Landgericht Bielefeld die beiden Gesellschafter Clemens Tönnies (59) und sein Neffe Robert Tönnies (37) auf den Einsatz eines Mediators einigen. Dieser soll helfen, den Streit um die Führung in dem Konzern außergerichtlich zu beenden. Weiter erfährt man, dass Clemens und Robert Tönnies jeweils 50% an dem Unternehmen halten. Es ist der klassische Streit zwischen Generationen: Seit Jahren streiten sich die beiden um die Ausrichtung und Führung des Unternehmens. Gerichtlich kann so ein Fall eigentlich gar nicht zufriedenstellend gelöst werden, denn selbst wenn es einen Gewinner gibt, bleiben am Ende viele Scherben liegen, die niemand mehr aufkehren wird. Insoweit ist es allein vernünftig, bei derartigen Generationsproblemen oder Unternehmensnachfolgen die Instrumente der alternativen Konfliktlösung einzusetzen. Dies haben auch die Parteien erkannt, die sich mit einer Mediation einverstanden erklärten. Denn eine Mediation kann immer nur dann funktionieren, wenn die Parteien dies wollen. Freiwilligkeit ist die oberste Priorität.

 

Weiter erfahre ich aus dem Artikel, dass die Einigung mehrmals kurz vor dem Ziel bei Gericht gescheitert war. Das ist auch nicht verwunderlich. Oft steckt noch viel mehr an Interessen und persönlichen Dingen dahinter, die vor Gericht, wo nur Positionen ausgetauscht werden, niemals gelöst werden können. Wir können gespannt sein, wie dieser Streit ausgeht. Festzuhalten bleibt aber, dass es schon beeindruckend ist, dass gerade in einem traditionellen Bereich wie einem Fleischgroßunternehmen nun auch die alternative Konfliktlösung eingesetzt wird. Hier werden Chancen genutzt.

 

Fragen, Kommentare oder Anregungen? Bitte sprechen Sie mich an.

 

Ihre

Julia Schweitzer

 

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